Neue Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie – Was bedeutet das für meine Finanzierung?

Seit dem 21.03.2016 gilt die neue Wohnimmobilien-Kreditrichtinie.

Ein riesiges Wortungetüm! Und was bedeutet das nun konkret für einen Kunden, der eine Immobilienfinanzierung beantragen möchte?

 

Zunächst mal die guten Nachrichten:

  • entstanden vor dem Hintergrund der Finanzkrise 2008/2009, wo teilweise unverantwortlich vergebene Hausfinanzierungen , ohne ordnungsgemäße Prüfung des finanziellen Hintergrundes der Kreditnehmer, bei  vielen Kunden zu ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten geführt haben.
  • Ziel der Richtlinie sind verlässlichere Kreditvergabestandards und größerer Schutz des Verbrauchers.
  • die Rechte der Verbraucher werden gestärkt,  die Banken und Finanzierungsberater werden in schärfere Haftung für ihre Kreditvergaben und Beratungen genommen.
  • die Qualifikation der Berater soll geprüft und erhöht werden. Nachweise der Eignung und der Berufserfahrung müssen vom Berater erbracht werden (Vorsicht: Ausnahme Bankkaufleute!!!!)
  • die Aushändigung von umfangreichem Informationsmaterial vor Abschluss des Vertrages wird Pflicht, sowie eine lückenlose Dokumentation der Beratung.
  • Sie können als Kunde durch Angabe Ihrer Präferenzen mehr Einfluss nehmen auf die Parameter des Kreditvertrages wie zum Beispiel Ratenhöhe, Zinssicherheit, Laufzeit und Tilgung des Darlehens.

Auswirkungen in der Praxis:

  • die neue Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie  führt zu erheblichen Veränderungen in der Kreditvergabepraxis.
  • die Bank darf den Kredit nur vergeben, wenn aus der Kreditwürdigkeitsprüfung klar hervorgeht, dass der Darlehensnehmer seinen Verpflichtungen auch in weiter Zukunft höchstwahrscheinlich nachkommen kann und wird. Hat die Bank daran Zweifel, wird sie den Kredit nicht bewilligen.
  • der Zeitaufwand für die Beratung und Prüfung (und damit die Kosten)  vergrößert sich deutlich. Daher wird die Bank nur noch Beratungen durchführen, wo sie von vorneherein ein gutes Potential für die Baufinanzierung erkennt.

und nun die weniger guten Nachrichten:

  • Kunden mit wenig oder sogar ohne Eigenkapital haben noch schlechtere Chancen ein Darlehen zu erhalten als vor der Richtlinie
  • Kunden mit kleineren Kreditvolumen (z.B. unter 150.000,00 Euro) werden kaum noch Darlehen erhalten – lohnt sich aufgrund des Beratungsaufwandes für die Bank nicht mehr.
  • ältere Kunden werden keine Immobiliardarlehen mehr erhalten, es sei denn, sie können sehr hohe Tilgungsraten leisten
  • Kunden müssen gut vorbereitet ins Kreditgespräch gehen. Der Bankberater wird auch Dinge prüfen wie: private Altersvorsorge, Familienplanung, Absicherung der Berufsunfähigkeit , Bonität des Arbeitgebers , Gestaltung des Arbeitsvertrages etc

Fazit:

Eigentlich eine gut gemeinte Maßnahme um Verbraucherrechte zu stärken und Kunden vor Risiken zu schützen.

Führt aber leider in der Praxis dazu, dass immer weniger Kreditanträge genehmigt werden, und dass bestimmte Personengruppen von Immobilienkrediten  ausgeschlossen sind.

Nutzen Sie meinen  umfassenden Service und erhöhen Sie dadurch Ihre Chancen auf eine Kreditzusage zu günstigen Konditionen. Gehen Sie keinesfalls unvorbereitet in das Gespräch mit Ihrer Bank.

Reden wir einfach mal darüber!    Lassen Sie sich beraten